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Verbandsversammlung

Fridingen (hw). Die Feuerwehren im Kreis Tuttlingen trafen sich in Fridingen zur Verbandsversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes und zur Kommandantendienstbesprechung.

Eingeleitet wurde die Veranstaltung mit dem Seniorennachmittag des Kreisfeuerwehrverbandes, zu dem der frühere Kreisbrandmeister Willi Riedlinger als Obmann der Altersabteilung gut 200 altgediente Wehrmänner mit ihren Frauen begrüßen konnte. Der Fridinger Heimatforscher Wolfgang Wirth brachte den Zuhörern Fridingen und das Donautal in Wort und Bild näher. Viel Applaus erhielt eine Besetzung der Stadtkapelle Fridingen unter Dirigent Hans Schwarz für die musikalische Unterhaltung.

Zur Kreisverbandsversammlung konnte Kreisverbandsvorsitzender Ernst Mutzel von den 52 Wehren im Landkreis 43 begrüßen. Als ärgerlich bezeichnete er, dass alle Wehren der Stadt Tuttlingen fehlten, weil zeitgleich die Nachwahl zum Gesamtkommandanten angesetzt war, obwohl der Termin des Kreisfeuerwehrverbandes  seit über sechs Monaten bekannt sei. Zur Statistik erläuterte Mutzel, dass im Kreis 1626 Männer und Frauen in der Feuerwehr Dienst tun. Dies seien 17 mehr als im Vorjahr. Zurzeit seien 61 Frauen aktiv in den Feuerwehren. Bei den Einsätzen waren 246 Brände zu löschen und 1267 mal wurde Technische Hilfe geleistet. Die Zahl der Fehlalarme lag bei 181, davon kamen 162 von Brandmeldeanlagen. Bei allen Einsätzen wurden insgesamt 75 Personen aus lebensbedrohlicher Lage gerettet. Bedauerlicherweise mussten auch 18 Menschen tot geborgen werden. Mutzel betonte, dass sich bei allen Einsätzen, und ganz besonders beim Hochwasser und bei der Hagelkatastrophe in Trossingen eine gute Zusammenarbeit der einzelnen Wehren und ein sehr guter Ausbildungsstand der Wehrleute bewiesen habe. Schriftführer Wolfram Nestel erinnerte an alle Veranstaltungen und erklärte, dass die Ausbildungsangebote und Lehrgänge gut angenommen würden, auch sei der Ausrüstungsstand der Feuerwehren im Landkreis Tuttlingen als gut zu bezeichnen. Kreisjugendwart Patrick Heim zeigte erfreuliches aus den Jugendfeuerwehren auf. Im Kreis seien 523 Jugendliche in der Feuerwehr aktiv, zwölf mehr als im Vorjahr. Sie werden von 119 Betreuern ausgebildet, der Zeitaufwand liegt insgesamt bei 6.500 Stunden. Heim wies auf den Jugendgruppenleiterlehrgang und die Seminarreihe Brandschutzerziehung hin, die jeder besuchen sollte. Mehrheitlich beschlossen wurde die Erhöhung des Verbandsbeitrages von derzeit 5,30 Euro auf 6,30 Euro, nachdem pro Mitglied 3,30 Euro an den Landesverband abgeführt werden müssen und die letzte Erhöhung zehn Jahre her ist.

Im Auftrag von Landrat Guido Wolf grüßte erster Landesbeamter Stefan Helbig die Versammlung. Das vergangene Jahr, so betonte Helbig, sei für die Feuerwehren ein sehr ereignisreiches gewesen, dessen Anforderungen manchmal bis an die Grenzen der Belastbarkeit gingen, hier wurde enormes geleistet. Helbig dankte den Wehrleuten für die Bereitschaft, Menschen in Not zu helfen und wünschte: „Kehren sie immer gesund von Ihren Einsätzen zurück“. Fridingens Bürgermeister Stefan Bär  freute sich über diese große Veranstaltung in Fridingen, die den Auftakt zum 125. Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Fridingen bilde. Sein Dank galt auch den Fridinger Industriebetrieben, die die Feuerwehrleute zu den Einsätzen freistellten, so dass die Fridinger Feuerwehr rund um die Uhr einsatzbereit sei. An die Adresse des Landes gerichtet, kritisierte Bär die neuen Zuschussrichtlinien, die die Stützpunktfeuerwehren eindeutig benachteiligen würden. Hier werde er sich, so betonte Bär unter großem Beifall, zusammen mit Gleichgesinnten massiv wehren.

Zur Kommandantendienstbesprechung begrüßte Kreisbrandmeister Martin Hagen  auch etliche Bürgermeister und MdL Fritz Buschle. Er sparte nicht mit mahnenden Worten. So sei festzustellen, dass auch innerhalb der Feuerwehren die Besetzung von Ämtern immer schwieriger werde. „Dem Ehrenamt fehlt die Ehre“ betonte Hagen und bat darum, schon in den Jugendfeuerwehren ein Augenmerk auf soziales Handeln und Übernahme von Verantwortung zu legen. Peter Strobel von der EnBW zeigte in seinem Vortrag zum Thema „Umgang bei Unfällen mit Stromerzeugenden Anlagen“ anhand von Bildern und Filmen die Gefahren, die in Anlagen und Hochspannungsleitungen bei Bränden lauern. Kreisbrandmeister Hagen erläuterte mit erschreckenden Bildern die enormen Gefahren, die in den Nagelbrettwerken lauern, wie sie zum Beispiel in den Dachkonstruktionen moderner Supermärkte vorhanden sind. Sie haben, so Hagen, keine Brandstandzeit, sondern stürzen spätestens 13 Minuten nach Brandausbruch in sich zusammen, was kein Eindringen der Löschtrupps in das Gebäudeinnere zuliesse, weil es lebensgefährlich sei. Auch an die Privathaushalte appellierte Hagen, nach wie vor sei eine der Hauptbrandursachen bei Wohnungsbränden ein unbeaufsichtigter Wäschetrockner.




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